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Lieder für Kinder JRH
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Meine Freundin hat ne Puppe, die laut singt und richtig spricht. Ja, die würd ich auch gern haben, aber Mama will das nicht.
Unsre Nachbarn ham ne Schaukel und ne Rutschbahn nebenbei. Ja, die hätt ich gern im Garten, aber Papa sagt nur: nein!
Ja, was darf ich denn, was soll ich denn nur machen? Alle Kinder haben so viel tolle Sachen,
und der Spielzeugladen in der Stadt hat noch viel mehr, warum gibt er das nicht einfach her?
Meine Mama ist ne Hausfrau, sie verdient damit kein Geld, und mein Papa sagt, dass Geld nun mal nicht vom Himmel fällt.
Dafür muss man eben schuften, ob es Spaß macht oder nicht, und für alles muss man zahlen,
auch für Essen, Strom und Licht.
Ja, was darf ich denn, ...
Meine Oma hat ein Sparbuch nur für mich in ihrem Schrank, damit sammelt sie viel Geld, doch das liegt auf einer Bank.
In dem Buch, da stehen Zahlen, viele Seiten sind schon voll, damit kann ich mir nichts kaufen,
und ich weiß nicht, was das soll.
Ja, was darf ich denn, ...
Meine Tante hab ich gerne, sie kommt manchmal zu Besuch, dann erzählt sie mir Geschichten oder liest aus einem Buch.
So wie sie will ich mal werden, so wie sie will ich erzähln, und Geschichten will ich schreiben,
dafür brauch ich ja kein Geld.
Ja, das darf ich schon, das werd ich einfach machen! Da verzichte ich auf all die teuren Sachen.
Und im Spielzeugladen in der Stadt, da kauf ich mir nur die Stifte und ein Block Papier!
Text und Musik: Jutta Riedel-Henck
Auszug einer Privataufnahme als mp3-Datei
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Wenn ich Angst hab in der Nacht im Dunkeln, oho, Dunkeln, oho, muss ich aufs Klo,
spring so schnell ich kann aus meinem Bett, ja und dann mach ich die Nachttischlampe an.
Doch die Gespenster sind durchs Fenster einfach abgehaun übern Gartenzaun, ohne irgendwas zu klaun.
Leise husch ich durch die Tür, um ihnen nachzuschaun, hör die Katze miaun im Morgengraun.
Wenn ich Angst hab in der Nacht im Dunkeln, oho, Dunkeln, oho, fürcht ich mich so,
kriech, so gut ich kann, unter die Decke und dann zieh ich die Beine an mich ran.
Doch die Gespenster haben sich schnell unterm Bett versteckt, mich erst aufgeweckt und dann fürchterlich erschreckt.
Leise schau ich mit der Taschenlampe unters Bett: Die Gespenster sind weg, es war nur Dreck!
Wenn ich Angst hab in der Nacht im Dunkeln, oho, Dunkeln, oho, frag ich mich so:
Gibt es die Gespenster oder spinn ich bloß rum, bin ich nur einfach etwas dumm?
Doch die Gespenster führn mich ständig an der Nase rum, lachen sich ganz krumm, und ich bleib vor Angst nur stumm.
Darum sing ich laut und rufe plötzlich: knall, zoing, bumm, schlage in die Luft, und das mit Schwung!
Wenn ich Angst hab in der Nacht im Dunkeln, oho, Dunkeln, oho, sag ich mir so: Ich bin ziemlich stark und schlau und außerdem
kann man Gespenster nicht mal sehn.
Denn die Gespenster sind so weich wie Luft und unsichtbar, ohne Bein und Arm, haben nicht einmal ein Haar.
Ja, da frag ich mich, wer hat denn hier wohl Angst vor wem? Die Gespenster vor mir, ihr werdet sehn!
Text und Musik: Jutta Riedel-Henck
Auszug einer Privataufnahme als mp3-Datei
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Auch wir Alten waren einmal Kinder, manchmal denken wir nicht gerne dran zurück. Denn als Kinder litten wir genau wie ihr
unter Streit und Langeweile und suchten nach dem Glück.
Als ich klein war, konnte ich auch frech sein, wenn mir irgendwas nicht passte, schrie ich: Nein!
Und ich tobte voller Wut und schmiss mich hin, weil mir vieles nicht gefiel, darin fand ich keinen Sinn.
Dabei fühlte ich mich oft alleine, und ich hasste alle Menschen um mich rum. Niemand konnte mich verstehn,
mal mit meinen Augen sehn, was ich sah und was mir fehlte, meine Eltern warn zu dumm.
Viele meinten über mich, dass ich zu ernst sei, meine Mutter sagte dann: Nun lach doch mal!
Dass ich traurig war und ängstlich, wollte sie nicht gern verstehn, nur ein fröhlich nettes Kind, lächelnd und hübsch anzusehn.
Also lernte ich, mich zu verstellen, weil mich, wie ich wirklich war, niemand verstand.
Träumte täglich viele Stunden vor mich hin, lernte immer mehr zu lügen und vergaß bald, wer ich bin.
Als ich größer wurde, fand ich Freunde, gemeinsam suchten wir das große Glück, probierten alles aus, was sonst verboten war,
und machten dabei vieles einfach nur kaputt.
Unsre Tränen wollten wir verstecken, wenn wir traurig waren, gaben wir uns cool.
Voller Übermut versuchten wir, den Held zu spieln, wollten stark sein, immer kräftig, ohne ein Gefühl.
Heute bin ich leider schon erwachsen, doch ich suche immer noch das große Glück,
träume wie ein Kind von Liebe und von Ehrlichkeit und finde mit euch Kindern zu diesem Traum zurück.
Text und Musik: Jutta Riedel-Henck
Auszug einer Privataufnahme als mp3-Datei
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Guck mal an, was ich kann,
ich bin schon ganz schön groß, auch wenn du immer glaubst, ich sei noch ziemlich doof:
Ich kann hoch hinaus auf die Rutschbahn gehn und ganz oben stehn, alles übersehn, und mit Schwung sitz ich auf dem Po, und dann
saus ich fix wie der Blitz in den Sand.
Guck mal an ...
Ich kann balanciern, ohne hinzusehn, auf dem Balken stehn, mich ganz schnell umdrehn,
und mit Schwung spring ich nur auf einem Bein in die nächste Pfütze rein.
Guck mal an ...
Ich kann rückwärts gehn, auf den Zehen stehn, krieche auf den Knie’n leise zu dir hin,
und mit Wucht zieh ich mich am Sessel hoch, plumpse – schwups – auf deinen Schoß.
Guck mal an ...
Ich kann Purzelbaum, wie ein Würstchen rolln, sitze auf nem Ball, ohne hinzufalln,
und mit Schwung spring ich auf das Bett, und dann hops ich munter von ganz oben wieder runter.
Guck mal an ...
Ich kann Bilder maln und bis dreizehn zähln, schreibe mit der Hand Namen in den Sand, schneide aus Papier Blume, Haus und Tier,
klebe bunte Schnipsel drauf und schenk sie dir.
Guck mal an ...
Ich kann Burgen baun und dann fest draufhaun, wälze mich im Gras, ja das macht mir Spaß,
belle wie ein Hund, lach mich kugelrund, schneid Grimassen und verziehe meinen Mund.
Guck mal an ...
Ich kann Eis wegschlecken, mich im Schrank verstecken, meine Eltern morgens wecken und mit lautem Krach erschrecken,
aus dem offnen Fenster spucken, weil dann endlich alle gucken, was ich kann, doch danach muss ich mich schnell ducken.
Text und Musik: Jutta Riedel-Henck
Auszug einer Privataufnahme als mp3-Datei
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Lieder für Kinder – Seite 2 –
© 2002 Jutta Riedel-Henck
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